Kaffee ist wohl ein klassisches Beispiel, wenn von einer sogenannten „Kolonialware“ gesprochen wird. Der Kaffee wird in der Regel in den südlichen Entwicklungsländern angepflanzt, jedoch vorwiegend in den OECD-Ländern konsumiert. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Der größte Produzent, das ist Brasilien, ist auch gleichzeitig der größte Konsument – in der Saison 2016/2017 wurden rund 55 Millionen Sack Kaffee produziert, rund 20 Millionen Sack wurden innerhalb des Landes konsumiert. Die weltweite Produktion betrug 154 Millionen Sack á 60 Kilogramm; zwei Drittel stammten aus Brasilien, Kolumbien, Indonesien und aus Vietnam.

Die EU ist größter Kaffee-Importeur der Welt

Die klassische Maßeinheit für Kaffee ist der 60 Kilogramm schwere Sack. Diese Verpackung, die aus Jute hergestellt wird, wurde vor etwa 200 Jahren in Brasilien eingeführt und wird noch immer als weltweiter Standard angesehen. Jedoch heißt das nicht, dass der Kaffee auch ständig in den Jute-Säcken transportiert wird. Einerseits sind die Ladevorgänge schwerer und somit arbeitsintensiver, andererseits schützt die Jute auch nicht vor der gefährlichen Feuchtigkeit. Vorwiegend kommen Plastiksäcke (1 Tonne) oder auch Plastikauskleidungen (21,6 Tonnen) zum Einsatz. So sparen sich die Händler die Umladekosten. Auch hier hat Brasilien die Vorreiterrolle eingenommen: Gerade einmal 10 Prozent werden in Jutesäcken verschifft – die restlichen 90 Prozent werden in den Plastiksäcken transportiert.

Der größte Kaffee-Importeur ist übrigens die Europäische Union – rund 80 Millionen Sack werden in die Mitgliedsstaaten der EU transportiert. Rund ein Viertel geht direkt nach Deutschland. In die USA werden rund 29 Millionen Sack geliefert. Der fünftgrößte Importeur ist übrigens die Schweiz.

Die beliebtesten Sorten

Die Sorte „Arabica“ macht in etwa zwei Drittel der Kaffeeproduktion aus. Diese Sorte benötigt besonders viel Pflege – so braucht die Kaffeesorte mehr Wärme, darf aber keinesfalls einer sehr großen Hitze ausgesetzt werden. Vorwiegend produzieren die süd- und zentralamerikanischen Länder diese äußerst beliebte Sorte; Brasilien ist der größte „Arabica“-Produzent der Welt. „Robusta“, eine ebenfalls beliebte Sorte, ist hitzeresistenter und auch weniger empfindlich als „Arabica“. Der führende Robusta-Produzent ist Vietnam.

Immer mehr Menschen entscheiden sich für „Fair Trade“-Kaffee

Wer sich mit dem Kaffeehandel auseinandersetzt, weil man über CMC Markets in Rohstoffe investieren möchte, der wird natürlich auch auf den „Fairen Handel“ stoßen. In Deutschland wuchs der „Faire Handel“ im Jahr 2016 um ganze 14 Prozent – der Umsatz betrug 1,3 Milliarden Euro. In den letzten vier Jahren konnte sich der Umsatz somit verdoppeln. Der größte Teil des Umsatzes, in etwa 1,05 Milliarden Euro, entfiel auf jene Produkte, die das „Fair Trade Logo“ trugen. Dieses Logo wird direkt von der „Transfair“-Organisation vergeben. 190 Millionen Euro wurden von den anerkannten „Fair-Handels-Importeuren“, etwa von „El Puente“ oder „Gepa“ beigesteuert. „Eine-Welt-Gruppen“ und „Weltläden“ vertrieben im Jahr 2016 Waren im Gesamtwert von rund 77 Millionen Euro.